Die Dateiendung .pem steht ursprünglich für Privacy-Enhanced Mail, obwohl sich ihr Verwendungszweck mittlerweile weit über den ursprünglichen Kontext der E-Mail-Sicherheit hinaus entwickelt hat. Eine PEM-Datei ist im Grunde ein Containerformat, das zur Speicherung kryptografischer Schlüssel und Zertifikate dient, üblicherweise im Base64-kodierten ASCII-Textformat. Dieses Format ist in der Welt der Public-Key-Infrastruktur (PKI) und bei sicheren Kommunikationsprotokollen wie SSL/TLS für Webseiten weit verbreitet. Die Struktur beginnt meist mit einer Kopfzeile wie '-----BEGIN CERTIFICATE-----' oder '-----BEGIN PRIVATE KEY-----' und endet mit einer entsprechenden Fußzeile. Da das Format textbasiert ist, lässt es sich leicht lesen und zwischen verschiedenen Systemen und Anwendungen übertragen, die Verschlüsselung, digitale Signaturen und Authentifizierung unterstützen. PEM-Dateien werden häufig von Webservern (wie Apache und Nginx) verwendet, um Serverzertifikate und private Schlüssel zu speichern, die für den Aufbau sicherer HTTPS-Verbindungen erforderlich sind. Sie können X.509-Zertifikate, private Schlüssel, Certificate Signing Requests (CSRs) oder eine Kombination daraus enthalten, wobei die spezifischen Header- und Footer-Tags innerhalb der Datei den jeweiligen Inhalt kennzeichnen.